Heidi Müller ist neue Leiterin

 
Die Fachberatung Pflegestellen in Moringen ist ein Einrichtungsteil des Albert-Schweitzer-Kinderdorf Uslar und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Pflegeeltern zu unterstützen, beraten und betreuen. Auch die Suche nach geeigneten Pflegeeltern und das entsprechende Bewerberauswahlverfahren gehören in den Aufgabenbereich der Fachberatung Pflegestellen. Über zehn Jahre lang hat Ulrike Pache die Fachberatung erfolgreich geleitet, inzwischen hat ein Leitungswechsel stattgefunden und ihre Aufgabenbereiche wurden an Heidi Müller übergeben, die die Geschicke der Fachberatung nun leitet und koordiniert. Im Team und auch im Rahmen der neuen Leitungsaufgabe konnte sie zwischenzeitlich einige Erfahrungen sammeln. In einem Gespräch berichtete sie von ihrem Jobwechsel, der Fachberatung und ihrer Aufgabe.

Neue Blickwinkel nutzen

Heidi Müller ist Diplom-Sozialpädagogin und hat bereits viel Erfahrung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Anfänglich war die 53-jährige in der Flüchtlingshilfe tätig, bevor sie in den Bereich der sozialpädagogischen Familienhilfe wechselte. Mehr als 15 Jahre im Jugendamt Osterode folgten. Dort konnte sie sowohl Erfahrungen im Allgemeinen Sozialen Dienst als auch im Pflegekinderdienst sammeln. Erfahrungen, die sie in ihr jetziges Arbeitsfeld mitnimmt und die insbesondere zu einer wertschätzenden und respektvollen Haltung gegenüber der Aufgabe des Jugendamtes geführt haben. So freut sie sich, dass sie weiterhin mit Jugendämtern zusammenarbeitet. "Dabei verbindet uns weiterhin ja das gemeinsame Anliegen, Kindern zu helfen".

Dieses Anliegen nun nochmal unter den Rahmenbedingungen eines freien Trägers zu verfolgen, reizte sie. „Bei der Fachberatung Pflegestellte begrüße ich insbesondere, dass ich dort näher an den Familien und vor allem Kindern und Jugendlichen sein kann. Hier nimmt die tatsächlich beratende Tätigkeit einen Hauptteil der Arbeit ein. Das gefällt mir und ich finde es wichtig“ betont Heidi Müller.

Darüber hinaus freut sie sich, dass sie sich durch zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten  beruflich weiterentwickeln kann und alle Mitarbeiter der Fachberatung Pflegestellen in systemischer Beratung ausgebildet werden. Dieser Beratungsansatz verfolgt ein ganzheitliches Konzept, das als Arbeitsgrundlage für alle Fachbereiche dient.

Von der eigenen Erfahrung profitieren

Heidi Müller ist verheiratet und hat vier Kinder, eines davon ist ein Pflegekind. "Im Hinblick auf die Beratung von Pflegefamilien ermöglicht sicherlich die eigene Erfahrung als Pflegemutter in manchen Situationen ein leichteres Einfühlen. Manchmal jedoch stehe gerade diese eigenen Erfahrungen einer guten Beratung im Wege. Dafür braucht es immer wieder eine Reflektion." Gerne nutzt sie daher das Supervisions- und Coaching-Angebot des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V.

Pflegefamilien: Eine unterstützungswerte Institution

Viel zu viele Kinder leiden auch in Deutschland unter Vernachlässigung oder können aus ganz unterschiedlichen Gründen langfristig oder vorübergehend nicht bei ihren Herkunftsfamilien leben. Diese Kinder aufzufangen und ihnen trotzdem ein wertschätzendes Zuhause mit Entwicklungspotential zu bieten, ist eine wichtige Aufgabe und Herausforderung. Pflegefamilien sind eine der verschiedenen Institutionen, die sich genau dieser Aufgabe annehmen.

Die Fachberatung Pflegestellen bietet den Pflegefamilien professionelle Unterstützung durch Beratung, externe Supervision und nicht zuletzt der Möglichkeit des Austausches mit anderen Pflegefamilien bei den regelmäßigen Gruppentreffen oder den Fortbildungen an. Aber auch der Spaßfaktor soll nicht zu kurz kommen. So organisiert die Fachberatung Gemeinschaftsaktionen, wobei das  jährlich stattfindende Sommerfest schon Tradition ist.

Pflegefamilien werden für ihre Arbeit übrigens auch durch eine Bezahlung anerkannt, so dass eine Teilzeittätigkeit mit der Aufgabe einer Pflegestelle vereinbart werden kann. Zudem können auch Pflegefamilien Elternzeit nehmen. Gesetzliche Regelungen und ein beratendes System, wie jenes der Fachberatung Pflegestellen, unterstützen Pflegefamilien in ihren Belangen.

 

Teamverständnis stärkt das Angebot

Heidi Müller sieht sich in ihrer neuen Rolle als Leiterin der Fachberatung Pflegestellten als Ansprechpartnerin und Vermittlerin. Gute Strukturen, die sich über Jahre entwickelt haben, erleichterten ihr den Einstieg. Diese gilt es für sie zu erhalten. Unweigerlich werden aber auch neue Ideen gefragt sein, denn die Begleitung von Pflegeverhältnissen bedeutet immer wieder, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Dafür braucht es ein gutes Team: "Wir haben hier in der Fachberatung ein ganz tolles Team mit vielen Kompetenzen. Da macht es richtig Spaß, sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Hierfür möchte ich als Leitung immer wieder den Rahmen schaffen" betont Heidi Müller.

Unser Archivbild ist deutlich vor der Corona-Krise entstanden