Die Weihnachsbotschaft... Gedanken von Bernd Kasper

Die Weihnachtsbotschaft…

Der zweite Advent ist vorbei und das Fest der Liebe rückt näher. Aber worum geht es dabei eigentlich? Unsere Kirche würde sagen, wir bereiten uns auf die Geburt Christi vor. Ah – ein Kind steht also im Mittelpunkt von allem? Ein Kind, das allein, weil es geboren wurde die Aufmerksamkeit von ganz unterschiedlichen Menschen auf sich gezogen hat: von Schafhirten, von Königen und natürlich die seiner Eltern. Natürlich bekam es auch Geschenke, aber die Botschaft der Weihnachtsgeschichte zielt doch eher ab auf das Stichwort ‚Aufmerksamkeit‘: den Anderen wahrnehmen, sich ihm zuwenden, sich Zeit nehmen … ja, und dafür auch ein wenig Mühe aufwenden. Schauen wir uns unseren Alltag an, wird schnell klar, dass es nicht so einfach ist, Zeit für die Menschen zu finden, die uns wichtig sind.

Aber wie ist es mit unseren Kindern, für deren gesundes Aufwachsen Zuwendung eine zentrale Bedeutung hat: wie werde ich wahrgenommen von meinen Eltern, welche Art von Aufmerksamkeit bekomme ich, welche Bedeutung habe ich. Die Antworten, die ein Kind auf diese Fragen erlebt, werden sein gesamtes weiteres Leben prägen. Als Eltern werden wir all die Fragen schnell positiv beantworten: Natürlich kümmern wir uns um unsere Kinder! Wenn wir uns jedoch das alltägliche Miteinander anschauen, ist das Signal an die Kinder oft eine andere: Eine junge Mutter schiebt den Kinderwagen durch die Straßen und tippt ununterbrochen auf ihr Smartphone; Eltern sitzen mit ihrem Kind im Restaurant, das Kind vor einem Tablet; eine Familie sitzt im Wohnzimmer verteilt, alle schauen konzentriert auf ihr Handy. Auch wenn wir es nicht wirklich wollen, wir senden unseren Kindern eine Botschaft: das, was da auf diesen merkwürdigen Geräten geschieht ist uns wichtiger als du! Und später wundern wir uns vielleicht, wenn unsere Kinder im sozialen Miteinander Probleme bekommen.

Was wäre, wenn wir einfach einmal ausprobieren, der Weihnachtsbotschaft einen Platz zu geben – nur mal für das anstehende Fest, also für ein paar Tage … statt neue Smartphones zu verschenken, schalten wir unsere eigenen einfach mal aus, legen sie in eine Schublade und - schauen unseren Kindern in die Augen …  unterhalten uns mit ihnen … nehmen uns Zeit für sie.

Es könnte spannend werden…

Bernd Kasper

Systemischer Berater
Dozent und Autor

Fachberater der Fachberatung Pflegestellen des Albert-Schweitzer-Kinderdorfs Uslar