Vom "ich muss" zum "ich darf" zur Schule

 Wie schnell sich die Zeiten doch ändern! War die Schule vor kurzem für Kinder und Jugendliche eher eine lästige Pflicht, werden Tage in der Schule nun zu einem Highlight. Schon am Morgen machen sich Kinder und Jugendliche mit neu gewonnener Freude auf den Schulweg. Neugierig über dieses ungekannte Phänomen geworden, haben wir eine Jugendliche zum Thema befragt. Siehe da, die Veränderung hat einen konkreten Hintergrund und dieser zeigt, dass nicht alle Erfahrungen rund um das von Corona diktierte Leben unschön sind: "Durch die Situation mit Corona haben wir die Möglichkeit, die Mitschüler nochmal ganz anders kennen zu lernen. Es wird sich mehr unterhalten und es gibt ein größeres Interesse, auch von Seiten der Lehrer, wie es dem einzelnen in dieser besonderen Situation geht." Auch andere positive Beobachtungen sind gemacht worden. So berichtet unsere Jugendliche davon, dass die Schüler untereinander nun mehr zusammen halten und sich gegenseitig helfen. Zudem ist es wichtiger geworden, auf den anderen zu achten und zu schauen, ob es den Klassenkameraden gut geht. Auch die Überschaubarkeit durch die Aufteilung in kleinere Gruppen bringt ihre Vorteile mit sich. Die Schüler kommen nach Erfahrung unserer Jugendlichen im Unterricht öfter dran und werden eher wahrgenommen. Mit einem Blick zurück auf die "Vor-Corona-Zeit", sagt sie außerdem: "Früher sind viele abgetaucht, jeder hat sein Ding gemacht und ist dann nach der Schule nach Hause."
 
Kinderdorfmutter Marion Zielke koppelt an diese neu entstandene Situation eine ganz große Hoffnung: "Es wäre zu hoffen, dass die positiven Erfahrungen von Schülern und Lehrern aus dieser besonderen Zeit langfristig und dauerhaft in den Schulalltag einfließen."