Ein fröhlicher und fachlicher Austausch: Über 100 geladene Gäste beim Symposium in Holzminden

[Holzminden] – Ein Symposium der ganz besonderen Art erlebten mehr als 100 Gäste zum 30. Geburtstag des Albert-Schweitzer-Therapeutikums, Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Holzminden. „Was kann die Kinder- und Jugendpsychiatrie aus systemischer Sicht?“ war die Fragestellung, der die Referenten Dr. med. Filip Caby (Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie Papenburg) und Diplom-Pädagogin Mechthild Reinhard (Geschäftsführerin der sysTelios Klinik) zusammen mit den geladenen Gästen auf den Grund gingen. In einem vollkommen improvisierten Dialog glänzten die beiden Experten mit ihrem Fachwissen, das sie amüsant präsentierten. Überhaupt bestand der Vortrag aus einer fortlaufenden Debatte mit dem Publikum.

Die Begrüßung erfolgte durch den Geschäftsführer des Albert-Schweitzer-Familienwerk e.V., Martin Kupper. Er beleuchtete historische Eckdaten: Zum Beispiel die Aufnahme in den Krankenhausplan 1993, die Entstehung der Krankenhaus-Ambulanz 1995 und sparte auch die dunkelsten Stunden 1998 nicht aus. Die Vorwürfe der sexuellen Übergriffe des damaligen Chefarztes auf Schutzbefohlene waren eine Katastrophe für die Klinik, die Mitarbeitenden und vor allem für die Patienten.

Mit dem leitenden Arzt Dr. Heinz-Dieter Jung und seiner systemisch-konstruktivistischen Ausrichtung konnte diese massive Krise überwunden werden. Sein früher Tod hat die Klinik davon abgehalten, den 25. Geburtstag zu feiern.

Kupper: „Daher feiert das gesamte Albert-Schweitzer-Familienwerk die 90köpfige Belegschaft der Klinik, 24 voll ausgelastete stationäre Plätze, eine gut ausgelastete Institutsambulanz und ebenso bewährte wie erfolgreiche systemische Behandlungsmethoden.“ Weitere gute Nachrichten kommen aus dem Niedersächsischen Sozialministerium. Die Tagesklinik mit 13 Plätzen steht kurz vor der Realisierung: Das Grundstück wurde erworben, die ersten Arbeiten sind geplant und die Ministerin Cornelia Rundt hat den Bescheid bestens gelaunt in Aussicht gestellt. „So darf es weitergehen“, sagt Kupper.

Rollenwechsel in der Einrichtungsleitung

Die Geschichte der Klinik war stets mit vielen Veränderungen verbunden. Auch der 30. Geburtstag der Klinik bringt wieder eine tiefgehende Veränderung. Die Ärztliche Leitung wechselt am 01. September. Dr. med. Ursula Kreis-Bierich zieht sich aus der Leitung zurück und übergibt die Verantwortung an Katrin Kumlehn-Böke und an deren Stellvertreterin Maria Verleysdonk (beides Fachärztinnen für Kinder- und Jugendpsychiatrie). Den drei Medizinerinnen dankte der Geschäftsführer mit großen Blumensträußen und „edlem Rebensaft“.

Mit der Vorstellung der Institutsambulanz und den beiden Stationen durch Peter Krome und Susanne Schwarz sowie Rundgängen im parkähnlichen Gelände und in den Gebäuden endete ein perfekter 30. Geburtstag.

Bild: Ein ebenso unterhaltsames wie fachliches Symposium im Albert-Schweitzer-Therapeutikum: (Links am Pult) die scheidende Ärztliche Leiterin Dr. med. Ursula Kreis-Bierich ist im Gespräch mit Dr. med. Filip Caby und Diplom-Pädagogin Mechthild Reinhard. In der ersten Reihe Edda Contenius (Vorstand) Katrin Kumlehn-Böke und leicht verdeckt Maria Verleysdonk.