Celler Kinder vom Schulschwänzen abhalten

Seit dem Ende des Projektes Zweite Chance gibt es kein Angebot mehr, das sich dem Problem des Schulschwänzens widmet. Das gruppenpädagogische Projekt Pro Kids-S soll hier eine Lücke schließen.

[CELLE] Unter 14 und schon straffällig: Solche Kinder will die Stadt mit einem neuen Angebot wieder auf den rechten Weg bringen. Das Projekt heißt Pro Kids-S. Es ist speziell auf Ordnungswidrigkeiten und Straftaten an Schulen ausgerichtet und schließt auch das Thema Schulschwänzen mit ein. Zielgruppe sind Kinder, die noch nicht strafmündig sind, aber schon einiges ausgefressen haben.

Träger des Projekts ist das Albert-Schweitzer-Familienwerk aus Hermannsburg, mit dem die Stadt bereits seit vielen Jahren auf dem Gebiet der Kriminalprävention zusammenarbeitet. Dazu gehören die gruppenpädagogischen Angebote Amubulante Betreuung und For Youth für Jugendliche sowie die Pro-Kids-Gruppen, die sich mit straffälligen Kindern unter 14 Jahren beschäftigen.

Für Pro Kids-S soll nun mit dem Albert-Schweitzer-Familienwerk ein Vertrag geschlossen werden, der ab dem kommenden Jahr gilt. Darüber entscheidet der Jugendhilfeausschuss am Dienstag, 26. November. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im evangelischen Kinderheim, Behrenskamp 10.

Wer an Pro Kids-S teilnimmt, bestimmt das Jugendamt. Dies gewährleiste, dass dort nur Kinder hineinkämen, die einen Bedarf an Hilfe zur Erziehung hätten, heißt es im Neuen Rathaus. Somit erfülle die Stadt den Rechtsanspruch auf Hilfe – und das in Form von Gruppenpädagogik und nicht als Einzelbetreuung.

Der Gruppenpädagogik räumt die Stadt grundsätzlich Vorrang vor Einzelfallhilfen ein, da die Auseinandersetzung mit anderen eine breitere Reflexionsmöglichkeit biete als der Einzelkontakt. Zudem ließen sich Verhaltensänderungen spielerisch einüben. Und noch einen Vorteil sieht die Stadt: Seit dem Ende des Projektes Zweite Chance vor einigen Jahren gibt es kein Angebot mehr, das das Problem der Schulverweigerung ausdrücklich einbezieht. „Pro Kids-S schließt auch hier eine Lücke“, so die Verwaltung, die erste positive Rückmeldungen unter anderem wegen des Einbezugs der Schule und der betroffenen Lehrer sieht.

Maximal werden acht Kinder in einer Gruppe betreut. Die Gruppenarbeit schließt freizeit- und erlebnispädagogische Hilfen ein. Die Teilnehmer sollen Verständnis für die Situation des Geschädigten entwickeln, Werte und Normen der Gesellschaft kennenlernen und Strategien zur Vermeidung von straffälligem Verhalten entwickeln. Zum Einsatz kommen Sportarten, Videoarbeit zur Selbstreflektion und Werkstatttätigkeit zur Förderung positiven Arbeitsverhaltens. Außerdem werden Themen wie Suchtprävention und Schuldenberatung behandelt.

Mehrkosten entstehen durch Pro Kids-S für die Stadt nicht. „Die Kosten sind durch Synergie-Effekte in anderen Bereichen der Erziehungshilfen gedeckt und stehen im Rahmen der Haushaltsmittel auch 2014 zur Verfügung“, teilte die Verwaltung mit.

Autor: Oliver Gatz

Quelle: http://www.cellesche-zeitung.de