Befristete Hilfe für junge Straftäter - Jugendhilfeausschuss will sparen: Projekt soll vorerst ein Jahr lang laufen

Befristete Hilfe für junge Straftäter[CELLE] Sie stören den Unterricht, prügeln sich auf dem Schulhof, hänseln Mitschüler und erhalten Schulverweise. Auf der anderen Seite stehen die Mobbingopfer, die von der Klassengemeinschaft ausgegrenzt werden und Angst haben, zur Schule zu gehen.

Mit dem gruppenpädagogischen Angebot Pro Kids-S des Albert-Schweitzer-Familienwerks will die Stadt problematischen Schülern helfen, den Schulalltag besser zu bewältigen.

Täter und Opfer – beide sollen aus ihren Rollen herausgeholt werden. Dass dieses Projekt zweifellos sinnvoll ist, darüber herrschte im Jugendhilfeausschuss Einigkeit. Doch angesichts der dramatischen Haushaltslage der Stadt und den zu erwartenden Sparvorschlägen der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) wollte die CDU den Vertrag mit dem Albert-Schweitzer-Familienwerk zunächst nur auf ein Jahr bis Ende 2014 befristet. Der Entwurf sah vor, dass der Vertrag erst Ende 2015 mit halbjähriger Frist gekündigt werden kann. Die CDU unterstütze das Projekt uneingeschränkt, betonte Klaus Didschies (CDU). Doch mit Blick auf die Haushaltskonsolidierung wäre es jetzt das falsche Signal, für zweieinhalb Jahre ein neues Angebot festzuschreiben. Am Ende folgte der Ausschuss geschlossen seiner Sicht. Bei den rund 29.000 EUR für das Kursangebot, das sich an straffällige Kinder unter 14 Jahren richtet, erhofft sich die Stadt Synergieeffekte in anderen Bereichen der Erziehungshilfen, die sich allerdings nur schwer kalkulieren lassen. Das hängt davon ab, wie viele Kinder von Pro Kids-S profitieren. Eventuell stehen dafür aber im nächsten Jahr Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes zur Verfügung.

„Trotz der KGSt müssen wir in der Jugendhilfe handlungsfähig bleiben“, betonte Stadtrat Stephan Kassel, der nicht davon ausgeht, dass die Stadt bei Pro Kids-S auf hohen Kosten sitzen bleibt. Und er hielt es für unrealistisch, nach einem halben Jahr festzustellen, ob sich dadurch Synergieeffekte ergeben würden. Daraufhin machte Didschies deutlich, dass es ihm nicht um eine Evaluation des Angebots gehe, sondern darum, sich Handlungsoptionen offenzuhalten.

Quelle: Cellesche Zeitung

Autor: Oliver Gatz; Bild: Oliver Berg