Kleidung für Flüchtlinge sortiert

Klaus Tolle hat sechs Wochen lang mit Bewohnern der Heidehäuser des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Hermannsburg, die geistig oder körperlich behindert sind, Kleidung für Flüchtlinge sortiert. 600 Pappkartons voll Kleidung kamen dabei zusammen.

HERMANNSBURG. Viele Pappkartons stehen in der Werkstatt auf dem Gelände der heilpädagogischen Einrichtung des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Hermannsburg. Sie sind mit farbigen Kärtchen beschriftet und nach und nach füllen sie sich mit Kleidung. Klaus Tolle steht vor einem Tisch mit Stapeln voller Bekleidung, die sortiert werden muss in Frauen-, Männer- und Kinderkleider und in Untergruppen wie Hosen/Männer, Hosen/Frauen, Jacken und Schuhe. Hilfe bekommt Tolle dabei von vielen Männern aus der heilpädagogischen Einrichtung, die geistig und zum Teil körperlich behindert sind und in den Heidehäusern wohnen und heilpädagogisch betreut werden.

Zimmermann Tolle arbeitet seit 15 Jahren in der heilpädagogischen Einrichtung. In der Tischlerei, die Tolle als Werkstattmeister leitet, arbeiten die Bewohner täglich mit und werden im Rahmen der individuellen Förderung beschäftigt. Um dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), bei dem sich Tolle ehrenamtlich engagiert, zu helfen, hat er angeboten, mit seiner Tischlerei-Gruppe die großen Mengen an gespendeter Kleidung für Flüchtlinge zu sortieren.

„Ich wollte einfach helfen. Die Jungs waren sofort mit Begeisterung dabei und haben sich gefreut, helfen zu können. Ich danke allen Beteiligten der Aktion“, sagt Tolle. Meist waren es fünf bis sieben Bewohner, die gleichzeitig in der Werkstatt waren und Tolle beim Sortieren und Verpacken der Kleider für die Flüchtlinge geholfen haben.

„Um ein einfaches Prinzip für das Sortieren der Kleidung aufzustellen, habe ich die Kisten farblich markiert. Dann brauchte ich nur noch sagen „blau“, wenn das Kleidungsstück zur blauen Gruppe gehört, die beispielsweise für Männerhosen stehen kann“, so Tolle. Mit Konzentration stellen die Männer die Pappkartons auf, die von der Firma Deutgen gespendet wurden, legen die sortierte Kleidung in die Kisten und kleben sie zu.

„Die Jungs haben toll mitgemacht und noch lange über die Aktion gesprochen. Sie haben mich teils auch begleitet, um die Kleidung in der Zentralstelle vom DRK abzuholen. In den sechs Wochen, wo wir die Kleidung sortiert haben, sind wir etwa 600 Kilometer gefahren“, berichtet Tolle.

Tolles Werkstatt-Gruppe hat jeden Tag geholfen, auch Bewohner aus anderen Gruppen und Bereichen der heilpädagogischen Einrichtung, Auszubildende der Tischlerei und Hauswirtschaft des Albert-Schweitzer-Familienwerks sowie Ehrenamtliche haben die Aktion unterstützt. Insgesamt sortierten sie 20.000 Kilogramm Kleidung in 600 Kartons, die dann vom DRK im Landkreis verteilt wurden.

 Autorin: Jessica Poszwa