Kinder brauchen Werte!

MITEINANDER – bundesweite Schulaktion der Albert -Schweitzer- Kinderdörfer und Familienwerke

Berlin. Keine starren Regeln, sondern erstrebenswerte Eigenschaften: Die Vermittlung von Werten ist in der Vergangenheit weitgehend stiefmütterlich behandelt worden. In Gesellschaft und Politik wächst vor dem Hintergrund wachsender Probleme mittlerweile aber wieder vermehrt die Bereitschaft Toleranz, Menschenrechte und das soziale Miteinander zu fördern. Grundlage dafür sind Werte, die etwa die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke umsetzen und fördern. Der Bundesverband hat dazu eine bundesweite MITEINANDER-Schulaktion initiiert. Der Start ist erfolgreich verlaufen, bereits 152 Grundschulen bundesweit nehmen teil.

„Die Resonanz ist rundum positiv“, so Geschäftsführerin des Bundesverbandes Margitta Behnke „Mit umfangreichen Unterrichtsmaterialien und kreativen Aktionsideen wollen wir Schulen bei der komplexen Aufgabe der Wertebildung unterstützen und zeigen, wie viel Freude und Bereicherung ein gelebtes gutes Miteinander für alle Beteiligten bedeutet."

In den öffentlichen Debatten wird seit längerer Zeit rege eine wertorientierte Gesellschaft gefordert. Die Angst vor einer Zunahme von Radikalisierung, Fanatismus, Fremdenfeindlichkeit oder Gleichgültigkeit gegenüber den Mitmenschen, die aus aller Welt zu uns kommen und integriert werden sollen, greift um sich. Umso mehr ist Handeln gefragt. Die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke wollen deshalb mit ihrer MITEINANDER-Schulaktion konkret Impulse an Schulen setzen. Die Vermittlung von Werten soll auch Spaß machen. Denn Werte sind keine starren Regeln, die einfach auswendig gelernt werden können.

In einem ersten Schritt wurden deutschlandweit Grundschulen angeschrieben, die kostenfrei ausführliche Unterlagen anfordern können und bei der Umsetzung von Experten Unterstützung erhalten - von einer Unterrichtsstunde bis hin zu einer Projektwoche.

Bereits im Februar 2015 ist der Pilot mit ausgewählten Schulen gestartet, um die Materialien auf Umsetzbarkeit und Spaßfaktor zu prüfen. Nun steht ein buntes Paket zur Verfügung, das fächerübergreifend integriert werden kann. So können sich die Kinder mit den Werten, die ihnen wichtig sind, gemeinsam auseinander setzen, ihre Stimme erheben, miteinander reden und singen und dabei viel lachen. Die Schüler werden ihren Fähigkeiten entsprechend durch unterschiedliche Aktionsideen angesprochen und auf dem Weg zu einer guten Miteinander-Kultur begleitet. Auf spielerische Art soll Lehrern und Schülern das Thema „Wertebildung“ im Lehrplan leichter gemacht werden, eine positive Lernatmosphäre kreieren sowie eine gute Schulkultur fördern. Lernlust statt Schulfrust durch ein neues Miteinander soll zugleich gefördert werden. Gerade in Zeiten des Mobbings oder interkulturellen Herausforderungen an Schulen sind vor allem praktische Aktionsideen willkommene bzw. notwendige Schulprojekte.

Die Rückmeldungen der Schulen sind rund um positiv. ‚Der Erfolg war groß, denn das Thema hat den Kindern viel Freude bereitet.“, sagte etwa Lehrerin Barbara Pfeiffer von der Albert-Schweitzer-Schule im hessischen Nidderau. In der Grundschule „Haus des Lernens“ in Spremberg empfand die Schulleiterin Angela Weis, „dass das Miteinander nicht nur bei den Schülern, sondern auch im Lehrerkollegium nun ausgeprägter zu spüren ist“. „Werte geben Orientierung, schaffen Maßstäbe, stützen die Identität: Das ist es, was heute wichtiger denn je ist“, sagte Behnke.

Hintergrund I: MITEINANDER - Bundesweite Schulaktion
Kinder stark machen für die Zukunft - Miteinander ist das Zauberwort dafür!

In einer immer komplexer werdenden Welt mit immer neuen Herausforderungen ist das Thema „Wertebildung“ aktueller denn je und auch im Schulalltag spürbar. Vor 100 Jahren begründete der Friedensnobelpreisträger, Humanist und Tropenarzt Albert Schweitzer seine Ethik der „Ehrfurcht vor dem Leben“.

Wie aktuell und lebendig diese Philosophie heute noch ist, möchten die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke zeigen und Schulen in ganz Deutschland zu einer großen MITEINANDER-Aktion aufrufen.

Mit Hilfe von methodisch aufbereiteten Unterrichtsmaterialien wird ein Wertebildungsprozess vom Begegnen und Kennenlernen von Werten hin zum Erleben und Handeln umgesetzt. Die Einstimmung erfolgt mit Geschichten, Film- und Bildmaterial oder Spielen, woraufhin in Gesprächsrunden die Kinder persönliche Erfahrungen und Erlebnisse einbringen, Fragen und Gedanken mitteilen und sich auf die Suche nach Antworten begeben, die ganz unterschiedlich ausfallen können. Dabei werden diese gewonnenen Erkenntnisse in Aktionen, Projekten oder kreativen Ausdrucksformen mit Leben gefüllt. Auch hierzu werden wieder zahlreiche Ideen zur praktischen und praktikablen Umsetzung angeboten.

Die Unterrichtsmaterialien zur MITEINANDER-Aktion erhalten die Schulen kostenlos. Beratung und Begleitung finden über das MITEINANDER-Aktionsbüro und die Internetseite www.albert-schweitzer-miteinander.de statt.

Als Kooperationspartner der ersten Stunde stehen kompetente Berater zur Seite: die Akademie Kinder philosophieren, das Albert-Schweitzer Zentrum in Frankfurt und der Oldenbourg Verlag (Schulbuchverlag) sowie familie&co (Familienzeitschrift).

Hintergrund II: Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und -Familienwerke

Über Jahrzehnte hinweg haben die Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke ein feinmaschiges und deutschlandweites Netz geknüpft. Basierend auf ihrer langjährigen Erfahrung bieten sie heute als moderner sozialer Dienstleister Hilfen für jedes Lebensalter: von den rund 100 Kinderdorffamilien, der vielfältigen Jugendsozialarbeit und Familienberatung bis hin zur Altenpflege und der Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung, immer orientiert am lokalen Bedarf. Jede Woche betreuen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Einrichtungen der Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und –Familienwerke 8.000 bis 10.000 Kinder und Jugendliche und stehen zahlreichen Familien zur Seite.

Der Tropenarzt und Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer übernahm die Patenschaft für die nach ihm benannten Kinderdörfer und ist seither geistiges Vorbild.