Gutes tun tut gut

Phase II

In der Verselbständigungswohnung „Phase II“ können zwei Jugendliche und junge Erwachsene betreut werden. Sie wohne in einer Wohngemeinschaft.
Wir nehmen Jugendliche ab 16 Jahren auf, die ein neues Lebensumfeld benötigen, um selbständig werden zu können. Wir unterstützen die jungen Menschen individuell in ihrem Alltag und im Aufbau einer Lebensperspektive.
 
Betreut werden die jungen Menschen von zwei SozialpädagogInnen, die an den Werktagen täglich anwesend sind. Feste Uhrzeiten gibt es nicht, da sich flexibel und individuell an den Bedarfen der jungen Menschen orientiert wird.

Die Wohnung
 
Die Drei-Zimmer-Wohnung befindet sich in einem Mehrfamilienhaus in Reppenstedt. Reppenstedt ist ein angrenzendes Dorf östlich von Lüneburg und gehört zur Gemeinde Gellersen. Eine Bushaltestelle befindet sich in der Nähe des Hauses (Entfernung ca. 200m). Bis zum Bahnhof Lüneburg dauert es mit dem Bus knapp 30 Minuten. Die Wohnung ist für zwei Bewohner/innen (Jugendliche ab 16 Jahren wie junge Erwachsene) ausgelegt. Jede/r Bewohner/in hat ein eigenes Zimmer mit TVAnschluss und eigenen WLANZugang. Ein drittes Zimmer dient als Büro, für die BetreuerInnen. Gemeinsam genutzt werden die Küche, das Bad und das Wohnzimmer mit der anschließenden Terrasse. Eine grundlegende Versorgungsinfrastruktur ist in Reppenstedt vorhanden (mehrere Supermärkte, Ärzt/innen, Banken, Apotheken).
 
Die Bewohner/innen
 
Um ein selbstbestimmtes Leben zu führen, bedarf es neben der materiellen Sicherheit verschiedener sozialer Befähigungen. In der Phase II können diese erlernt, ausprobiert und ausgebaut, in Frage gestellt und verworfen werden. Zu den wesentlichen Befähigungen gehören: das Erkennen und Erfahren der eigenen Interessen und Stärken, die Selbstwirksamkeitserfahrungen des eigenen Handelns, das Verstehen um die eigene Lebensgeschichte, das Erlangen von emotionaler Sicherheit und der sinnvolle Umgang mit verletzenden Erfahrungen, die Neugier sich für Neues zu begeistern und Mut sein eigenes Leben zu gestalten, Rücksicht und Mitgefühl gegenüber dem/ der Mitbewohner/in und den angrenzenden Mieter/innen entwickeln. Auch Phasen des Zweifelns, des Stillstandes und der Rückschläge werden für die Identitätsbildung als normal und wichtig angesehen.
 
Das Team
 
Wir, Angelika Spiwak und Alexander Krempin, sind SozialpädagogInnen und von Montag bis Freitag stundenweise vor Ort in der Verselbständigungswohnung. Wir haben jeweils 20 Stunden pro Woche, die wir flexibel nutzen, um die Bewohner/innen in Ihren Verselbständigungsprozessen individuell zu unterstützen und zu begleiten.

Rund um die Uhr gibt es eine Rufbereitschaft. Über Nacht wie auch an den Wochenenden wird diese durch die Kolleg/innen aus dem Projekt Reppenstedt sichergestellt.

Günter Kalisch hat die Funktion der Erziehungsleitung für unser Projekt inne.
Wöchentlich findet eine Teambesprechung aller Kolleg/innen, monatlich eine Supervision und im Quartal finden Konzepttage und weitere teamübergreifende kollegiale Beratungen mit Kolleg/innen aus anderen Lüneburger Jugendprojekten des AlbertSchweitzerFamilienwerkes e.V. statt. Jedes Jahr gibt es verschiedene Weiterbildungsangebote. Regional wie auch überregional sind wir in verschiedenen Gremien (z.B. im Jugendhilfeausschuss, in der AG 78....) präsent, um die Interessen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch politisch zu vertreten und zu verbessern.
 
Die rechtliche Grundlage
 
Wir nehmen Jugendliche und Heranwachsende nach Jugendhilferecht, dem Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) auf. Die §§ 27, 34, 41, 42 und 35a SGBVIII bilden die gesetzliche Grundlage.
 
Das Aufnahmeverfahren
 
Das Aufnahmeverfahren ist dafür da, dass sich alle beteiligten Parteien kennen lernen und die Rahmenbedingungen, die Erwartungen und Aufträge der Zusammenarbeit abgesprochen werden. Es gliedert sich in mehrere Schritte. :
 
1. Das Infogespräch: Wir stellen der/ dem interessierten Jugendlichen/ jungen Erwachsenen, ihren/ seinen Personensorgeberechtigten und dem/ der Vertreter/in des Jugendamtes die Wohnung und das Konzept vor. Wir beschreiben, was wir zur Verfügung stellen und wie wir unterstützen können, wie auch, was wir erwarten. Es können Fragen zu uns, unserer Arbeit und unserer Einrichtung gestellt werden, sodass ein erster Eindruck entstehen kann (Dauer ca. 1 Stunde). In den darauf folgenden Tagen entscheidet sich die/ der Jugendliche/ junge Erwachsene, ob sie/ er sich vorstellen kann, in die Wohnung zu ziehen. Wenn das der Fall ist, wird ein Termin für das Vorstellungsgespräch vereinbart.
 
2. Das Vorstellungsgespräch: Die/der Jugendliche/ junge Erwachsene stellt sich vor. Im besten Fall kommt sie/ er wieder in Begleitung der/des Personensorgeberechtigten/ Vormünder/in. In diesem Gespräch möchten wir die/ den Jugendliche/n / jungen Erwachsenen kennen lernen. Wir interessieren uns für das bisherige Leben/ Biographie, was ihr/ ihm wichtig ist und für die weitere Lebensplanung. Das gibt uns die Möglichkeit den/ die Jugendlichen/ junge Erwachsene kennen zu lernen und um einschätzen zu können, ob eine Betreuung durch uns sinnvoll ist. So bekommen wir einen Eindruck von Dir als Mensch und wie wir Dich unterstützen können, damit Du Deine Ziele und Wünsche erreichst und dir eine selbständige Perspektive aufbaust. In den darauf folgenden Tagen entscheiden sich beide Parteien, ob sie zusammen arbeiten wollen.
 
3. Die Aufnahme: Wenn die/ der Jugendliche/ junge Erwachsene und wir uns füreinander entschieden haben, wird ein Einzugsdatum in Absprache mit dem Jugendamt und den Personensorgeberechtigten/ der Vormünder/in festgelegt.
 
Das Konzept
 
Unser Ziel ist es, junge Menschen darin zu unterstützen und zu begleiten ein (weitestgehend) selbstbestimmtes und zufriedenes Leben aufzubauen. Dazu zählen wir die finanzielle Absicherung, das Finden bzw. das Stärken persönlicher wie auch beruflicher Interessen, das Meistern alltäglicher Aufgaben und Herausforderungen wie das Erleben befriedigender sozialer Beziehungen. Im Alltag gehen damit viele Lebensbereiche einher, wie z.B. Schule, Ausbildung und Beruf, Freizeitgestaltung, Umgang mit dem eigenen Geld, Wohnen in den „eigenen vier Wänden“ und der Umgang bzw. die Beziehungsgestaltung mit Familie, Freund/innen und/ oder Partner/innen.
 
Da wir eine Verselbständigungswohnung mit nur zwei Plätzen sind, haben wir die Möglichkeit individuell und flexibel auf den einzelnen jungen Menschen und seine Bewältigungsaufgaben einzugehen. Wir nutzen die Bezugsbetreuung, um eine kontinuierliche Beziehung zu einer verlässlichen erwachsenen Person vor Ort zu ermöglichen, um eine tragfähige Beziehung aufzubauen.
Die Zusammenarbeit mit der Familie bzw. den Angehörigen ist ebenfalls ein wichtiger Baustein unserer systemischen Arbeit. Ausgelegt ist sie auf eine gelungene Ablösung aus dem Elternhaus mit einer Beziehung in gegenseitig wohlwollender Akzeptanz und wechselseitigem Verständnis. Dies kann ein langer und schwieriger Prozess sein. Gegenseitiger Respekt und Offenheit ein neues Bild des Gegenübers zu ermöglichen, sind dafür eine hilfreiche Stütze.
 
Im Anschluss an die stationäre Jugendhilfe bieten wir auslaufend eine ambulante, mehrmonatige Nachbetreuung im eigenen Wohnraum an, um den Schritt in die völlige Selbständigkeit zu erleichtern.
Alle Ziele und Veränderungen werden gemeinsam mit dem/ der zuständigen Mitarbeiter/in des Jugendamtes im Rahmen der Hilfeplanung festgelegt. Diese findet in der Regel alle 6 Monate statt. Dort wird besprochen, welche Ziele erreicht wurden, welche Ziele sich geändert haben, welche Ziele weiterverfolgt werden, welche neuen Ziele auftauchen und welche alten Ziele hinfällig sind.
 
Netzwerk
 
Wir stehen in einem engen Kontakt zu den anderen Jugendhilfeprojekten des AlbertSchweitzerFamilienwerkes e.V.
Breites schulisches Angebot mit vielfältigen Kooperationen (Regelschulen, VHS, Stuntschule, Nachhilfe)

- Suchtberatung
- Soziales Kompetenztraining
- Soziale Gruppenarbeit
- TOA – Konfliktschlichtung
- KJPP
- Ambulante Therapien