Auf dem Pfad des Erinnerns

Interaktivität als Modul des alternativen Lernens. Auf diesen Ansatz setzten die Berufsbildenden Schulen des Albert-Schweitzer-Familienwerks in Uslar jetzt bei den Klassen PAS 8 (Ausbildungsgang Pflegeassistenz) und AP 20 (Ausbildungsgang Altenpflege), als im Rahmen des regulären Unterrichtes die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen thematisiert wurde.

Anstatt die historischen Fakten ausschließlich mit Unterrichtsmaterialien im Klassenraum aufzuarbeiten, wurde für die Klassen ein Ausflug zur Gedenkstätte Bergen-Belsen organisiert.

Vor Ort zeigten sich die Schüler und Schülerinnen von der Modernität und der Interaktionsmöglichkeit der dortigen Angebote beeindruckt und ließen die neugewonnenen Informationen nachwirken. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, das Thema im Unterricht noch weiter aufzugreifen. Die Schülerinnen Madlin und Julie Saalfeld fragten ihren begleitenden Lehrer Dietmar Brüning: „Herr Brüning, machen wir damit hinterher im Politik-Unterricht noch weiter? Das wäre echt gut.“ Schnell wurde auch der bisherige Mangel an historischen Kenntnissen über den Nationalsozialismus beklagt und der Ruf nach einer Vertiefung des Themas vervielfältigte sich.

Neben der im Unterricht bereits erfolgten Vorbereitung auf den Ausflug ist die Behandlung weiterer spezifischer Aspekte des Nationalsozialismus ohnehin Teil des Lehrplans und orientiert sich an für das Berufsbild relevanten Themen. Insbesondere die Entwicklungen in den Pflegeberufen unter der Herrschaft des Nationalsozialismus, aber auch die damalige Rassenideologie, Gesundheitspolitik und die gesellschaftliche Rolle der Frau werden dabei erörtert. Zudem wird den Schülern Raum für eigene Impulse und Themenfragen gegeben.