Zukunftsweisend - Berufsbildende Schulen sind seit 25 Jahren aktiv

[Uslar]-Sie gehören inzwischen wie selbstverständlich zum Uslarer Stadtbild: Die Berufsbildenden Schulen. Zum 25-jährigen Bestehen gab es eine feierliche Veranstaltung in drei Festakten mit vielen Gratulanten. So ließ Familienwerksgeschäftsführer Martin Kupper die Gäste an der Antwort auf die Frage „Warum wurde die Berufsbildende Schule gegründet?“ teilhaben. Er resümierte: „Das Albert-Schweitzer-Familienwerk sah für seine und für andere Einrichtungen den Bedarf an Fachkräften. Denn von denen gab es zu wenige. Es wurde zu wenig ausgebildet, staatliche Schulen in der Region hatten die Ausbildungen für Heilerziehungs- und Altenpfleger nicht im Programm.“

Von Anfang an war die Schule also ein wichtiges Standbein in der Ausbildungsstruktur und ist inzwischen mit den drei angebotenen Ausbildungsgängen „Altenpflege“, „Pflegeassistenz“ und „Heilerziehungspflege“ eine der tragenden Säulen im Ausbildungsbereich Südniedersachsen, wie auch Landrätin Astrid Klinkert-Kittel in ihrer Rede betonte: „Die Berufsbildenden Schulen Uslar sind etabliert und aus der Bildungslandschaft des Landkreises Northeim nicht mehr wegzudenken.“

Ein Jubiläum in drei Akten

Das besondere Konzept der Schule, an dem seit Gründung ständig gearbeitet wurde, spiegelte sich auch in den Feierlichkeiten zum Jubiläum wieder. Das Team hat sich für die 25-Jahrfeier der Schule einen besonderen Aufbau der Festlichkeit mit Geselligkeit, Information, Erinnerung und Zukunftsblick in drei Akten überlegt.

„Geschichten aus der Geschichte“, dargestellt in einem ersten festlichen Akt, das war das einleitende Thema zu Beginn der Veranstaltung.

Mit dem zweiten Akt in die Zukunft

Präsentiert in einem kreativen Rahmen, erhielten die Jubiläumsgäste im zweiten Akt aufgelockerte Information und Denkanstöße für die eigene, wenn auch ferne Zukunft. Die Podiumsdiskussion zum Thema „Pflege ohne Grenzen!? – Pflege und Betreuung 2050“ brachte eine bunte Mischung an Möglichkeiten und Erfahrungen zutage. Moderiert von Dr. Stefan Graen von der Göttinger Comedy-Company, tauschten die unterschiedlichen Referenten ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Meinung in Einbindung des Publikums aus. So erfuhren die Zuhörer vom Leben Elke Gropps, die im Betreuten Wohnen des Albert-Schweizer-Seniorenzentrums ihren festen Platz gefunden hat und konnten den Impulsen von J. Henke vom Verein ERIK e.V, der sich für die bessere Integration von Kindern mit Handicap einsetzt, folgen. Dr. Hartmut Wolter als Geschäftsführer der freien Altenarbeit Göttingen sowie Hannelore Mann als Bewohnerin der freien Altenarbeit Göttingen, stellten das Konzept der Alten-WG vor.  

Der dritte Akt: Schüler zeigen ihre Konzepte

Projektarbeit stellt in allen drei Ausbildungsgängen der Berufsbildenden Schule Uslar einen wichtigen konzeptionellen Unterrichtsbestandteil dar, der die Schüler über ihren Horizont hinausblicken lässt, neue Möglichkeiten eröffnet und ihnen wichtige Eigeninitiative abverlangt. Der dritte Festakt des 25-jährigen Schuljubiläums konzentrierte sich daher am Nachmittag in den Unterrichtsräumen auf die verschiedenen Projekte der Klassen. Neben der Darstellung der einzelnen Ausarbeitungen, bot sich den Besuchern auch die Möglichkeit, selbst in eine neue Erfahrungswelt einzutauchen. Wie ist es beispielsweise möglich, sich in einem Rollstuhl sitzend und im Dunkeln fortzubewegen? Das Ausprobieren eröffnete neue Perspektiven und Denkweisen. Ein Effekt, den das Projekt „Schattenmensch“ auch bei den Schülern ausgelöst hat. Der Rollentausch öffnete neue Perspektiven und gab den Auszubildenden einmal die Möglichkeit, alltägliche Situationen aus einer anderen Sicht wahrzunehmen – eine wertvolle Erfahrung als Pflegekraft. Weitere präsentierte Projekte waren das Erzählcafé – Vom gestern zum Morgen sowie „Ein Herz zum Anfassen“ und das Unterrichtsprojekt „Teilhabe 2050“. Die Zeitreise – 25 Jahre Berufsbildende Schule Uslar in der Turnhalle, offenbarte allen Interessierten den Werdegang der Institution im Detail. Diesen einzigartigen Werdegang fasste auch Schulleiterin Malica Belbouab in ihrer Rede mit prägnanten Worten zusammen: „Wir haben in den 25 Jahren die Welt verändert und das machen wir auch die nächsten 25 Jahre.“

Hintergrund I

Die Berufsbildenden Schulen Uslar sind staatlich anerkannte Ersatzschulen. Das Kernstück der Berufsausbildung bilden die Berufsbildenden Schulen im Albert-Schweitzer-Familienwerk in Uslar, die in den beiden Obergeschossen des Verwaltungsgebäudes ihr Domizil haben.

30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen für qualifizierte Ausbildungen in den Bereichen Pflegeassistenz, Heilerziehungspflege und Altenpflege. Ausbildungsbeginn ist alljährlich nach den Sommerferien.