Viele Barrieren für Räder

Fachschüler des Albert-Schweitzer-Familienwerks inspizierten Uslarer Geschäfte

USLAR. Pflegeassistenz-Schüler des Lehrgangs 7 der berufsbildenden Schule des Albert- Schweitzer-Familienwerks haben eine Selbstversuch zum Thema Barrierefreiheit in der Uslarer Innenstadt gestartet. Sie waren mit Rollstuhl und Rollator unterwegs und haben Licht und Schatten festgestellt.

Es gab „sehr erfreuliche, aber auch manch problematische Erkenntnisse“, heißt es in einer Pressemitteilung der Fachschüler zu ihrem Versuch, der Teil des Unterrichts an der Uslarer Fachschule war. „Wir wollten uns ein Bild davon machen, welchen Schwierigkeiten Menschen mit Rollstuhl und Rollator bei der Bewältigung ihres Alltags ausgesetzt sind“, heißt es weiter.

Bei dem Selbstversuch und aus einer nicht repräsentativen Befragung von Menschen, die auf Hilfsmittel wie Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, ergaben sich „durchaus viele akzeptable, manchmal sogar vorbildliche Einrichtungen und Geschäfte“, heißt es von den Pflegeassistenz-Schülern Armandas-Martin Draugelis, Julia Flack, Michael Hirszke, Florian Körber, Lena-Lisa Neubauer, Ilka Obermann, Adrian Scherbarth und Laureen Welpe.

Nahezu keine Probleme gebe es etwa in den katholischen, freikirchlichen und evangelischen Kirchen und im Rathaus der Stadt. Auch einige Märkte seien für Menschen mit Handycap gut zu erreichen. Probleme verursachen laut Einschätzung der Fachschüler hingegen „vielerorts hohe Bordsteinkanten und das Kopfsteinpflaster sowie ganz besonders Treppenstufen vor manchen Gebäuden und Läden“, die über keine Rampen oder sonstige Alternativen verfügten.

„In manche Geschäfte komme ich überhaupt nicht rein“, sei eine wiederholt gehörte Klage gewesen. Das sei auch durch den Selbstversuch bestätigt worden. Erschwerend komme hinzu, dass es in einigen Geschäften sehr eng zugestellte Gänge gebe, die die Bewegungsmöglichkeiten mit den Hilfsmitteln beschwerlich gestalten.

Noch Handlungsbedarf

Auf solche Hindernisse sind die angehenden Pflegeassistenten unter anderem auch im Museum oder an den Haupteingängen zu Läden und gastronomischen Einrichtungen gestoßen. Einige Geschäftsleute böten jedoch barrierefreie Zugänge über Hintereingänge an. Das Fazit der Schüler: Viele Geschäftsleute haben die Problematik erkannt, einige haben vorbildlich darauf reagiert. Aber es bleibt auch noch an vielen Stellen dringender Handlungsbedarf, „ehe sich Menschen mit eingeschränkter Mobilität zufriedenstellend barrierefrei in der Stadt Uslar bewegen können“. (Danke an die HNA jde)

Bild: Treppen können ein Hindernis sein: Die Pflegeassistenz-Fachschüler Armandas-Martin Draugelis (von links), Ilka Obermann, Laureen Welpe und Michael Hirszke haben sich mit weiteren Mitschülern mit der Barrierefreiheit in der Uslarer Innenstadt auseinandergesetzt.

(Danke an die HNA jde)