Sozialpädagogische Fachberatung für Pflegestellen

Die Gründe dafür, dass Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien Hilfe brauchen, sind vielfältig. Manche Eltern sind in der Erziehung ihrer Kinder überfordert. In anderen Familien erleben Kinder Gewalt, Vernachlässigung, frühe Beziehungsabbrüche und haben in der Familie nicht den Schutz und die Förderung, die sie brauchen. Dies alles kann dazu führen, dass die Kinder zeitweise oder dauerhaft nicht in der eigenen Familie leben können.

Die Jugendämter suchen dann nach geeigneten Räumen, in denen die Kinder neue heilsame Erfahrungen machen und angemessen gefördert werden können. Die Erfahrung zeigt, dass bei diesen gravierenden Entwicklungsbeeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten der Kinder eine normale Pflegefamilie mit dieser Aufgabe häufig überfordert ist. Genau hier setzen wir mit unserem Angebot „Pflegestellen“ an.

Ziel und Aufgabe...

...ist es, den Kindern Lebensräume zu ermöglichen, in denen sie zuverlässige emotionale Bezugspersonen haben, die um die Situation der Kinder und um die Auswirkungen ihrer Erlebnisse wissen und die Hilfemöglichkeiten für die Verarbeitung kennen.

Die Kinder können in dem Erleben wertschätzender, verlässlicher und stabiler emotionaler Beziehungen sowie klarer Strukturen neue Erfahrungen machen und neue Verhaltensmuster ausprobieren.
Dabei ersetzen die Pflegeeltern einer Pflegestelle nicht die leiblichen Eltern. Der Kontakt zu den Eltern der Kinder wird gefördert und fachlich begleitet. Der sozialpädagogische Fachdienst der Jugendhilfeeinrichtung des Albert-Schweitzer-Familienwerkes berät und unterstützt die Eltern der Kinder. Die Rückkehr der Kinder in ihre Herkunftsfamilie ist, wo immer das möglich ist, oberste Zielsetzung der Arbeit einer Pflegestellen.

Besondere Anforderungen

Die Pflegeltern in einer Pflegestelle nehmen maximal drei Kinder in ihrer eigenen Familie auf. Sie sind pädagogisch ausgebildete Fachkräfte oder sie verfügen über eine hohe persönliche Kompetenz und Erfahrung in der Erziehung von Kindern. Sie werden dabei in ihrer Tätigkeit vom Fachdienst der Jugendhilfeeinrichtung intensiv unterstützt.

Fachliche Unterstützung

Der Fachdienst betreut und unterstützt die Pflegeeltern der Pflegestelle von der Aufnahme eines Kindes an regelmäßig in Einzelgesprächen. Schulung, Fortbildung und Supervision gehören zum selbstverständlichen Angebot für die Pflegestellen und sind für diese verpflichtend. Regelmäßige Treffen der Pflegeeltern aller Pflegestellen bieten die Gelegenheit zu Austausch und gegenseitiger Hilfestellung. Die Unterstützung durch den Fachdienst ist eine wirksame Hilfeleistung für die anspruchsvolle Aufgabe, die in den Pflegestellen geleistet wird.

(Erziehungsleitung: Britta von Bodungen, Torsten Duschek)

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