Gemeinsame Flüchtlingshilfe in Bleckede

[Bleckede] Seit Flüchtlinge aus Krisengebieten auch nach Niedersachsen strömen, engagieren sich Kommunen und viele Ehrenamtliche.

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Bild:Die Ehrenamtlichen Gerd Legath, Thomas Trilling, Lerke Scholing, Beate Kloidt und Christina Gollnisch-Kopp (von links nach rechts) von der Willkommensinitiative und dem Albert-Schweitzer-Familienwerk arbeiten eng zusammen.

Im Elbstädtchen Bleckede im Landkreis Lüneburg leisten das Albert-Schweitzer-Familienwerk und die Willkommensinitiative Bleckede gemeinsame Sozialarbeit für Flüchtlinge. Die Flüchtlinge im 10.000-Einwohner-Städtchen kommen überwiegend aus Syrien und Afghanistan.
Paten gesucht!

Lerke Scholing ist Mitbegründerin der Willkommensinitiative Bleckede, die rund 50 ehrenamtliche Helfer hat. Im Wohnzimmer von Scholing treffen sich Ehrenamtliche und Mitarbeiter des Albert-Schweitzer-Familienwerks und planen die nächsten Tage in enger Zusammenarbeit. Hier wird geklärt, wer sich um was kümmert und wer zusätzlich gebraucht wird. Sozialarbeiterin Christina Gollnisch-Kopp vom Albert-Schweitzer-Familienwerk ist froh, dass es die Willkommensinitiative gibt, denn ohne die Initiative und die gemeinsame Zusammenarbeit würde alles kaum oder gar nicht funktionieren. Es sei wichtig, dass es ein möglichst gutes Ankommen gebe, dass das Miteinander mit den Flüchtlingen gestaltet werde. Auch Gerd Legat ist ehrenamtlicher Helfer bei der Willkommensinitiative. Gesucht werden händeringend Paten für Flüchtlinge: "Es ist sehr schwierig, Paten zu finden, weil viele Menschen berufstätig sind. Deswegen versuchen wir, eher zwei Paten für eine Familie zu bekommen, die sich die Aufgaben teilen. Die Paten sollten Behördengänge mit den Schützlingen machen, Hilfestellung geben beim Ausfüllen der Formulare oder einfach einen Ausflug machen."
Tägliche Hilfe im Alltag

Um jederzeit einsatzbereit zu sein, hat sich das Ehepaar Scholing-Legat Autokindersitze von Spendengeldern gekauft. Denn Fahrdienste zu Ärzten oder Ämtern und allgemeine Hilfen im Alltag stehen täglich an. Für das Ehepaar ein Fulltime-Job, sagt Lerke Scholing. Lange Zeit hat die Diplompädagogin Bildungsreisen in arabische Länder organisiert. Deshalb hat sie eine Vorstellung davon, wie fremd Flüchtlinge sich in Deutschland fühlen müssen: "Die Menschen brauchen viel Unterstützung, damit sie verstehen, wie alles in Deutschland läuft. Ich war beispielsweise bei einer Familie aus Syrien. Einer von ihnen sprach gut Englisch. Ihm habe ich erklärt, wie Mülltrennung bei uns funktioniert."
Info-Broschüre für Flüchtlinge

Damit sich die Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten besser und schneller anpassen können, hat die Willkommensinitiative für den Alltag in der neuen und fremden Umgebung eine Info-Mappe entwickelt. Fragen wie und wo bekomme ich mein Geld, wo finde ich welchen Arzt, wie erreiche ich die Sozialarbeiter des Albert-Schweitzer-Familienwerks und vieles weitere wird darin beantwortet. Auch Beate Kloidt ist ehrenamtlich dabei. Die Familientherapeutin ist Patin für gleich mehrere Flüchtlinge. Eine wunderbare Aufgabe, wie sie sagt: "Ich kann das festmachen an einer Gruppe junger Männer. Als sie kamen, hatten sie verschlossene Gesichter. Wir hatten keinen Zugang zueinander. Im Laufe der kurzen Zeit hat sich das aber sehr verändert. Das ist schön zu sehen!"

Das Projekt der gemeinsamen Flüchtlingshilfearbeit sei für alle bereichernd. Und für alle ehrenamtlichen Helfer der Willkommensinitiative und den Mitarbeitern des Albert-Schweitzer-Familienwerks steht fest: "Die Flüchtlinge kommen - und wir sind für sie da!"

Quelle: Ein Bericht des NDR.